Dezember 2015

Um 6,5% baut das estnische Bahnunternehmen Elron das Angebot zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember aus. Freuen dürfen sich dabei vor allem die Kunden in Richtung Narva: Drei (statt bisher zwei) Züge verbinden Tallinn mit Narva nun jeden Tag, gleichmäßig auf die Tageszeiten verteilt. Auch nach Tartu und Rapla verkehrt künftig jeweils ein Zug mehr. Nach Pärnu und Türi wurde hingegen jeweils eine Fahrt gestrichen. Allerdings kündigt Elron an, im Sommer das Angebot nach Pärnu wieder um eine Fahrt zu erweitern. Der Nahverkehr mit den Elektrozügen rund um Tallinn bleibt stabil, nach Keila gibt es eine Fahrt mehr. Ein Überblick über das aktuelle Verkehrsangebot findet sich auf den Karten weiter rechts auf dieser Seite.

Oktober 2015

Ein Blick auf die Straßenbahn in Tallinn: Im September endete die Ausschreibungsfrist für den Bau der rund 2 km langen Zweigstrecke von der Peterburi Tee (Petersbuger Straße) zum Flughafen. Das Projekt ist auf 20 Millionen Euro veranschlagt und wird mit EU-Mitteln gefördert. Sollte die Strecke in einigen Jahren Realität werden, dann verbindet die Straßenbahn den Flughafen mit der Innenstadt, dem Hafen und Bahnhof. Es wird der erste Ausbau der Straßenbahn in Tallinn seit der Unabhängigkeit Estlands. Derzeit ist das Streckennetz beschauliche 19 km lang.

September 2015

Genauso unvermittelt wie die Züge nach Moskau und St. Petersburg im Frühjahr vom Fahrplan verschwanden, wurde bereits im Juli die Verbindung wieder reaktiviert, allerdings in modifizierter Form. Nunmehr verkehrt täglich ein Zug von Tallinn über St. Petersburg (7,5 Stunden Fahrzeit) bis nach Moskau (19 Stunden Fahrzeit). Der in Rakvere beobachtete Zug (siehe Fotos) fuhr mit estnischer Lok und vier russischen Reisewagen. +++++ Eine Ausstellung ("Kui rong tuli! - "Als der Zug [nach Tartu] kam!") im historischen Wartesaal des Bahnhofs Tartu gibt derzeit Einblick in einige Facetten der estnischen Eisenbahngeschichte. Die Schautafeln sind zwar weitestgehend auf Estnisch - wer aber dennoch mal einen Blick darauf werfen will, kann das hier tun.



Juni 2015

Recht plötzlich und unvermittelt stellte das Unternehmen GoRail im Mai die Zugverbindungen zwischen Tallinn und St. Petersburg/Moskau ein. Die Ankündigung dazu erfolgte etwa einen Monat zuvor, im April. Begründet wurde die Einstellung mit der schwierigen wirtschaftlich-politischen Lage zwischen der EU und Russland. Die Zahl der Touristen aus Russland sei gravierend gesunken. GoRail gibt sich optimistisch, dass die Einstellung der Verbindung vorübergehend sei. Nach Überwindung der Krise wolle man den Betrieb wieder aufnehmen. (Vielen Dank an dieser Stelle an Klaus S. für seinen Hinweis im Gästebuch!)

Mai 2015

Da sich Fahrkarten aus dem Internet bislang nur über estnische Bankkonten bezahlen ließen, blieb Fahrgästen aus dem Ausland bislang eigentlich nichts anderes übrig, ihre Tickets erst vor Ort am Schalter oder im Zug zu erwerben. Somit waren auch Platzreservierungen für ausländische Fahrgäste im Grunde nicht möglich. Dieses Manko ist nun behoben: Fahrkarten aus dem Internet lassen sich ab sofort auch per Kreditkarte bezahlen. +++++ Zum 31. Mai steht wieder ein Fahrplanwechsel an. Künftig gibt es eine weitere tägliche Verbindung zwischen Tallinn und Pärnu (insgesamt nun 3 Fahrten täglich) und - wie in jedem Sommer - wird der Streckenabschnitt zwischen Koidula und Piusa einmal täglich bedient. Das zusätzliche Fahrtenpaar zwischen Tartu und Jõgeva wurde allerdings wegen geringer Nachfrage gestrichen.

März 2015

Im Balti Jaam (dem zentralen Bahnhof in Talllinn) wurde ein neuer Wartesaal eröffnet. Der Saal und die angegliederten Kassen sind täglich zwischen 7 und 21:30 Uhr geöffnet. Einen Blick wert ist auch der neue übersichtliche Lageplan über den Bahnhofsbereich. +++++ Bei der Straßenbahn in Tallinn finden derzeit Testfahrten mit den neuen CAF-Bahnen (Typ Urbos) statt. Bis Anfang 2016 sollen zwanzig Stück dieser 30 m langen Bahnen geliefert werden und auf den Linien 3 und 4 eingesetzt werden. Einen weiteren ehrgeizigen Plan verfolgt die Stadt Tallinn, indem sie bereits bis Ende 2016 das Straßenbahn-Netz über den Stadtteil Ülemiste hinaus bis zum Flughafen erweitern will. Heute fehlt dafür noch ein etwa 1,5 km langes Verbindungstück. Dadurch hätte man dann eine direkte Straßenbahnverbindung zwischen Flughafen, Busbahnhof, Innenstadt, Hafen und Bahnhof (Balti Jaam).

Dezember 2014

Mal ein Blick auf das andere Bahnsystem in Estland, nämlich die Straßenbahn in Tallinn. Dort beginnt derzeit die Auslieferung von 20 "Urbos"-Niederflurwagen des spanischen Herstellers CAF. Sie sollen im Laufe des Jahres 2015 in Betrieb gehen und den derzeit noch komplett aus alten Tatrawagen bestehenden Fuhrpark zumindest teilweise ersetzen. Auch die Infrastruktur wird derzeit erneuert. Nachdem in diesem Jahr der Abschnitt zwischen Viru Väljak und Tondi sanierungsbedingt gesperrt war, wird nun bis zum Sommer die Strecke nach Ülemiste gesperrt sein.

November 2014

Nach längerer Zeit endlich ein Update: Der (Personen-)Bahnverkehr in Estland entwickelt sich gut. Jüngster Beleg dafür ist die Erweiterung ist die Aufstockung des Fahrtenangebotes von Tallinn nach Rapla (+2 Fahrten täglich) und nach Türi (+1 Fahrt täglich). +++++ Zum 15. November steht allerdings auch eine kräftige Preiserhöhung an, bei der die Preise durchschnittlich um rund 10% steigen.

Einige Eindrücke von der Sommerreise nach Estland seien hier festgehalten:

  • Das Reisegefühl mit den neuen Bahnen ist ein komplett anderes. Hatte man früher noch den Eindruck, durch ein marodes Sowjetland zu reisen, so erscheint mit den neuen Zügen gleich das ganze Land im modernen Glanz. Auch die Infrastruktur (im ganzen Land wurden nun die Bahnsteige neu gebaut und eingerichtet) trägt seinen Anteil daran. Einzig die Markthalle am Bahnhof in Tallinn vermittelt noch etwas unbehagliches Sowjet-Feeling. 
  • Die einstige Wartehalle im eigentlichen Bahnhofsgebäude wurde in weiten Teilen zu einem Selver-Supermarkt umgebaut, der bis spätabends geöffnet ist. Das ist nicht nur praktisch, sondern erhöht auch das Sicherheitsgefühl erheblich. Wer in dem im Bahnhof gelegenen Shnelli-Hotel nächtigt, kann nicht nur das Geschehen auf den Bahnsteigen überblicken, sondern nun auch in Hausschuhen einkaufen gehen. 
  • Das Reisen in der 1. Klasse bringt keine nennenswerten Vorteile mit sich. Die Auslastung vieler Züge ist allerdings so hoch, so dass sich ggf. ein Ausweichen auf die 1. Klasse anbietet. 
  • Vergünstigte Fahrkarten gibt es bei Buchung im Internet und bei Bezahlung mit der "Reisekarte", einer Art Guthabenkarte für Bahnfahrten. Beide Zahlmöglichkeiten sind für Nichtbürger jedoch kaum praktikabel (für die Internetbuchung ist leider ein estnisches Bankkonto erforderlich). Der Kauf von nicht vergünstigten Fahrkarten im Zug (mit Bargeld) verläuft aber völlig unkompliziert.
Blick vom Hotel Shnelli auf den Balti Jaam in Tallinn

Mai 2014

Es geht weiter aufwärts mit dem Bahnverkehr in Estland. Der Fahrplanwechsel am 1. Juni bringt einige Erweiterungen des Angebots: Auf der Strecke Tallinn-Tartu gibt es künftig 8 (statt 6) tägliche Verbindungen. Jeweils eine Verbindung mehr als bisher wird auf den Strecken Tallinn-Rakvere, Tallinn-Türi sowie Tartu-Valga angeboten. Im Sommer wird auch wieder die Strecke zwischen Koidula und Piusa bedient, allerdings mit nur einer Verbindung täglich. Dennoch dürften die fast 3 Stunden Aufenthalt in Piusa für eine kleine Wanderung genügen. Weitgehend unverändert bleibt das Angebot auf dem elektrifizierten Netz rund um Tallinn. Hier entfällt lediglich eine Fahrt nach Riisipere.